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VR-Bank Nordeifel eG
BLZ: 37069720
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VR-Bank Nordeifel baut Position im Südkreis aus

GELDINSTITUTE Aus der Finanzkrise gestärkt hervorgegangen

 

Anlass zu guter Laune hatten gestern die Spitzen der VR-Bank Nordeifel in Schleiden bei der Bilanz-Vorstellung: Bernd Altgen (von links), Wolfgang Merten und Karl Goertz. BILD: F.A. HEINEN

 

VON F.A. HEINEN

Schleiden. Ausgerechnet für das Jahr der Finanzkrise präsentiert die VR-Bank Nordeifel eine höchst erstaunliche Erfolgsbilanz, die sich weit und breit blicken lassen kann. Im vergangenen Jahr etablierte sich die Genossenschaftsbank mit Sitz Schleiden definitiv als die "Hausbank der Region". Der Geschäftsbereich beschränkt sich bewusst auf die sechs Südkreis-Kommunen und soll auch definitiv nicht mehr ausgeweitet werden. Künftigen Fusionen haben Aufsichtsrat und Vorstand endgültig eine Absage erteilt.

30 000 von 52 000 Einwohnern des Geschäftsbereichs sind inzwischen Kunden der VR-Bank, Tendenz ungebrochen weiter steigend. Viele Eifeler sind nicht nur Kunden, sondern Mitglied geworden. Allein im Geschäftsjahr 2009 gab es eine Steigerung der Mitglieder von 16 668 auf 18 238. Vorstandssprecher Bernd Altgen sieht das Ende der Fahnenstange bei 25 000.

Bewährt habe sich das anfangs nicht unumstrittene Bonusprogramm für die Mitglieder. Für das vergangene Jahr werden 77 000 Euro mehr an die Mitglieder ausgeschüttet als im Vorjahr. In der Summe wird es eine Gewinnbeteiligung von 406 000 Euro geben.

Am Ende bleibt auch für die Bank selbst etwas übrig, der Jahresabschluss wird vor Steuern bei rund 2,9 Millionen Euro liegen (Vorjahr: 800 000 Euro). Die vorläufige Bilanzsumme stieg um 5,6 Prozent oder 26 Millionen Euro auf 493 Millionen. Die Einlagen wuchsen um 18 Millionen Euro. Nahezu alle Werte übersteigen deutlich die Durchschnittszahlen aller Genossenschaftsbanken im rheinisch-westfälischen Gebiet. Noch deutlicher wuchs die Kreditvergabe an, wo Altgen stolz ein Plus von 7,3 Prozent melden konnte.

Die geschäftlichen Erfolgszahlen der Bank stehen im Einklang mit der Stimmungslage bei ihrer Kundschaft, wie eine Umfrage ergab. Prokurist Wolfgang Merten sagte gestern bei der Ergebnispräsentation, dass 89 Prozent der befragten Kunden das auf Kundennähe beruhende Konzept gut fanden.


Gutes Klima

Während die Geschäftssitten ansonsten allerorten rauer werden, setzt die VR-Bank gezielt auf einen Umgang "von Mensch zu Mensch".

Nicht verhohlen wurden gestern auch Kritikpunkte, die bei der Befragung genannt wurden, und die man nun schnellstens anpacken will. So gaben 26 Prozent der Kunden an, sie seien noch nie aktiv zu ihren Geldgeschäften beraten worden. Das ist natürlich auffallend bei einer Bank, die sich die Nähe zu ihren Kunden in fetten Lettern auf die Fahnen geschrieben hat. Altgen sieht darin sogar eine Chance, die Position der Bank noch einmal deutlich zu steigern. Erfahrungsgemäß bergen solche Beratungen das Potenzial für weitere Geschäftsabschlüsse. Das Beschwerdemanagement wurde ebenfalls kritisiert, auch daran soll energisch gearbeitet werden, wie Karl Goertz sagte.

Altgen wies auf einen regionalwirtschaftlichen Aspekt hin, der nicht zu unterschätzen ist. Wirtschaft und Kaufkraft der Region profitieren von der Kaufkraft, die durch die Gehälter der 123 Mitarbeiter bewirkt wird. Mit immerhin 87 000 Euro hat sich die Bank vergangenes Jahr für Vereine, Verbände und Schulen eingesetzt. Auch als Steuerzahler ist die Bank nicht zu verachten. Rund eine halbe Million Euro von Gesamtsteuern in Höhe von 2,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr fließen in die Region.