Er war zeit seines Lebens auf der Flucht
Die VR-Bank zeigt Werke von Hermann Dick, einem "unbekannten Eifelmaler".

Wolfgang Merten (l.) und Dieter Schröder (2. v. r.) begrüßten unter anderem Andrè und Erna Schumacher. BILD: ROMANOWSKI
von Bernhard Romanowski
Blankenheim - Eine illustre Schar kunstinteressierter Gäste versammelte sich diese Woche in den Geschäftsräumen der VR-Bank-Filiale. Während drei Musiker auf historischen Instrumenten das Publikum einstimmten, nahm Prokurist Wolfgang Merten seinen Platz am Rednerpult ein und begrüßte die Anwesenden zu einer Ausstellung, die auf Initiative des Fördervereins "Maler der Eifel" in der Bank eröffnet wurde.
Die Ausstellung behandelt Leben und Schaffen des Künstlers Hermann Dick, der vor 50 Jahren in Ahrhütte starb und in Blankenheim unter dem Titel "Der unbekannte Eifelmaler" vorgestellt wurde. Zahlreiche seiner Werke enthalten Motive aus der Landschaft rund um die Oberahr. Zur Vernissage waren auch Erna und André Schumacher, Enkelin und Urenkel Dicks, erschienen.
Dieter Schröder vom Förderverein "Maler der Eifel" war seinerzeit auf eine Postkarte gestoßen, die mit Werken von Hermann Dick gestaltet war. Drei Gemäldedrucke mit dem Hinweis "Blankenheim-Ahrhütte" fanden sich auf der Karte. Auch der Name Hermann Dick war darauf zu lesen, doch hatte Schröder bis dato nie etwas von diesem Mann gehört. So machten er und weitere Mitglieder des Fördervereins sich auf die Suche und stellten umfangreiche Recherchen zu dem Leben und Schaffen des unbekannten Künstlers an.
Das war laut Schröder kein einfaches Unterfangen, denn bei Dick hatte man es wohl mit einem recht rastlosen Menschen zu tun, den es selten lange an einem Ort hielt. Die Resultate der biografischen Spurensuche des Fördervereins finden sich nun in einer Broschüre zusammengestellt, die in den Räumlichkeiten der Bank ausliegt.
Demnach wurde Hermann Dick 1875 in Düsseldorf geboren und absolvierte später eine fundierte Ausbildung als Kunstmaler. Einer seiner Lehrmeister und engsten Freunde war Lovis Corinth, ein bedeutender deutscher Impressionist.
Hermann Dicks Werke sind ebenfalls stark in dieser Kunstrichtung verhaftet. Sie sind von hellen Farben und einer besonderen Betonung des Lichts geprägt. Landschaften und Porträts scheinen dabei die Schwerpunkte seines künstlerischem Schaffens zu sein. Für Dieter Schröder war dieser Künstler ein Mensch, der "ständig auf der Flucht war". Schröder: "Dick flüchtete immer wieder aus Beziehungen, die ihm zu eng waren und aus denen er sich wieder befreien wollte." Seine Rastlosigkeit sei zudem durch den immer währenden Drang nach neuen Herausforderungen bedingt gewesen. "Eine Karriere als Künstler und anerkannter Maler", so Schröders Fazit, "hat Dick dadurch selbst verhindert."
Dicks Leben endete nicht nur in der Eifel. Der Maler hat die Region vorher vermutlich mehrfach besucht und ist auf der Motivsuche durch deren Landschaften gestreift. Dabei entstanden eindruckvolle Werke wie etwa das Ölgemälde "Bauernhaus an der Oberahr" und das Bild "Schloßthal" von dem gleichnamigen Weiler und der Burgruine bei Dollendorf.
Wer sich anhand der rund 30 ausgestellten Werke von Hermann Dick nun seinerseits auf Spurensuche in der VR-Bank begeben möchte, hat dazu bis Freitag, 19. September, zu den Öffnungszeiten der Bankfiliale Gelegenheit.
