Richtig vererben will überlegt sein
Viele Informationen beim Leserforum von Rundschau und VR-Bank Nordeifel

Umfassend über das Thema "Erben und Vererben" informierten
Steuerberater Ralph W. Pesch (v.li.), Notar Wilhelm Scheuvens, Moderator Christoph Heup, Rechtsanwalt Robert Pelzer und Herbert Fuhrt, Prokuist der VR-Bank Nordeifel (Foto: Hilgers)
Steuerberater Ralph W. Pesch (v.li.), Notar Wilhelm Scheuvens, Moderator Christoph Heup, Rechtsanwalt Robert Pelzer und Herbert Fuhrt, Prokuist der VR-Bank Nordeifel (Foto: Hilgers)

"Mein letzter Wille - richtig erben und vererben": Das Leserforum im bis auf den letzten Platz besetzten Oberhausener Bürgerhaus eröffneten Wolfgang Birkholz, Geschäftsführer des Heinen-Verlags (li.), und Bernd Altgen Vorstandssprecher der VR-Bank Nordeifel. (Foto: Hilgers)
von Ramona Hammes
OBERHAUSEN. "Im Vollbesitz meiner körperlichen und geistigen Kräfte erkläre ich hiermit, dass ich mein gesamtes Vermögen zu Lebzeiten aufgegessen, leer getrunken und ausgegeben habe. Meinen Erben wünsche ich frohes Schaffen."
Um Erbstreitigkeiten und steuerliche Probleme seiner Nachfahren muss sich derjenige, der das von Notar Wilhelm Scheuvens aus Gemünd zitierte "Bonner Testament" verfasst, kaum Gedanken machen. Doch dies ist natürlich alles andere als der Regelfall. Das Thema "Erben und Vererben" ist eines, um das sich viele eher ungerne kümmern - doch die meisten wünschen wohl ihren Nachlass in ihrem Sinne geregelt zu sehen.
Daher hatte die Kölnische Rundschau gemeinsam mit der VR-Bank Nordeifel am Donnerstagabend ins Oberhausener Bürgerhaus zum Leserforum "Mein letzter Wille - richtig erben und vererben" eingeladen.
Vier Experten - Notar Wilhelm Scheuvens aus Gemünd (Rheinische Notarkammer Köln), Rechtsanwalt Robert Pelzer aus Schleiden (Aachener Anwaltverein), Steuerberater Ralph W. Pesch aus Köln (Vize-Präsident der Steuerberaterkammer Köln) und Prokurist Herbert Fuhrt (Certified Financial Planer der VR-Bank Nordeifel) - informierten in der von Redaktionsleiter Christoph Heup moderierten Podiumsrunde knapp 200 Leser über Grundsätzliches zum Thema, über geplante Veränderungen im Erbschaftssteuerrecht und stellten sich Fragen der Leser.
Wolfgang Birkholz, Geschäftsführer des Heinen-Verlags, eröffnete die Veranstaltung: Damit die Hinterlassenschaft nicht aus "dem Zuvielen, was man sich vorgenommen hatte", besteht, empfahl er, sich dem nicht immer angenehmen Thema zu stellen, was am Ende des Lebens übrig bleibe.
Und Bernd Altgen, Vorstandssprecher der VR-Bank Nordeifel, sieht auch in diesem Thema seine Bank mit in der Verantwortung. Doch er zeigte sich zuverlässig: Eifeler Banker und die Kunden könnten sich aufeinander verlassen.
Einig waren sich die Experten darin, dass es in den meisten Fällen sinnvoll sei, die gesetzliche Erbfolge nicht eintreten zu lassen. Entsprechende Regelungen zu treffen sei natürlich wichtig - allerdings müsse man wissen wie.
Zahlreiche Fragen an die Experten
Da laut Pesch rund 90 Prozent aller Testamente fehlerhaft seien, sei fachkundiger Rat - für den die entsprechenden Berufsgruppen übrigens auch die Haftung übernehmen - unerlässlich.
Wie sehr das Thema den Lesern buchstäblich unter den Nägeln zu brennen schien, wurde nach den kurzen Vorträgen der Experten deutlich: Sie bombardierten diese im Anschluss förmlich mit Fragen. Und auch nach dem offiziellen Ende der Runde wandten sich zahlreiche Interessierte mit Fragen an die Experten.
Welche Regelungen zu treffen sind, damit die Hinterbliebenen auch nach dem Tod über die Konten verfügen können, interessierte die Leser genauso wie die Frage, wie man es einrichten kann, dass das Haus "in der Familie" bleibt.
Über die Frage, ob eine Schenkung zu Lebzeiten günstiger ist, klärten die Experten auf und beantworteten die Frage, was zu tun ist, damit der überlebende Ehepartner zunächst Alleinerbe ist.
Die Experten stellten klar, dass es für kinderlose Ehepartner besonders wichtig sei, den Nachlass zu regeln - auch vor dem Hintergrund, dass beide bei einem Unfall ums Leben kommen könnten und die "ungeliebte" Verwandtschaft erben würde, so denn der Notarzt den Tod des einen Ehepartners wenige Minuten vor dem des anderen festgestellt habe.
Hier brachte Geschäftsführer Wolfgang Birkholz eine weitere Variante ins Spiel: Man könne durchaus auch gemeinnützigen Einrichtungen etwas vererben - etwa dem Altenhilfswerk der Rundschau, DIE GUTE TAT.
STIMMEN ZUM LESERFORUM
Ingeborg Aehling (Kall): Ich bin gezielt gekommen. Weil ich wissen möchte, was im Erbfall passieren kann - gerade auch, wenn in jungen Jahren etwas passiert. Ich selbst habe schon Regelungen getroffen und mit den Informationen kann ich vergleichen: "Ist das richtig, was ich gemacht habe?"
Manfred Görgens (Uedelhoven): Eine sehr interessante Veranstaltung. Am Anfang war es vielleicht ein bisschen trocken, aber das wurde mit den Fragen aus dem Publikum anders. Es saßen gute und sehr kompetente Leute auf dem Podium, da konnte man manchen Rat mitnehmen. Man sollte versuchen, die Dinge für diejenigen, die erben, so leicht wie möglich zu machen.
Wilhelm Josef Müller (Kall): Ich wollte mich tiefer gehend informieren. Bei Herrn Scheuvens habe ich selbst schon Verträge gemacht und hatte gehört, dass er heute als Referent hier ist. Besonders interessiert mich die Sache mit dem "Oder-Konto", meine Frau und ich haben das schon seit Jahren.
Barbara Dümmer (Oberschömbach): Es war für mich ein sehr lehrreicher Abend. Ich wollte mich informieren, wie man sich am besten verhält. Bislang habe ich mich noch nicht intensiv mit diesen Dingen beschäftigt, aber ich denke, jetzt wird es langsam Zeit dafür. Das ist schon ein heißes Eisen, an das man sich lange Zeit nicht dranwagt.
Irmgard Jansen (Mechernich): Besonders Herr Fuhrt von der VR-Bank hat die Dinge sehr gut erklärt. Ich hatte letzte Woche angerufen, um noch einen Platz zu bekommen. Toll, dass das geklappt hat.
Paul Gölden (Golbach): Es war sehr informativ, die Referenten waren sehr gut. Alle Fragen wurden umfangreich beantwortet. Ich überlege nun, ein "Oder-Konto" einzurichten. Arbeitskollegen hatten mir das "Berliner Testament" empfohlen, hier habe ich gehört, dass das nicht optimal ist. Ich denke, man sollte in Erbfragen immer fachlichen Rat einholen.
Resi Paffendorf (Golbach): Es war sehr informativ. Ich hatte das Gefühl, in den Reihen hätten einige noch gerne was gefragt. Ich finde es gut, dass die Rundschau so etwas für ihre Leser veranstaltet - ich selbst gehöre seit über 50 Jahren zu den Abonnenten. (alg)
